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Minderung des Torfeinsatzes in Deutschland (MITODE)

Projekt

Einsatz von Kultursubstraten im Gartenbau (c) O. Hirschler
Einsatz von Kultursubstraten im Gartenbau (© O. Hirschler)

Thünen-JKI-Verbundprojekt: Möglichkeiten und Wirkungen einer Minderung des Torfeinsatzes im Gartenbau in Deutschland. Teilprojekt Ökobilanzierung

Das Projekt "Minderung des Torfeinsatzes in Deutschland" (MITODE) ist ein Verbundprojekt des Thünen-Instituts und des Julius Kühn-Instituts zur wissenschaftlichen Unterstützung der "Torfschutzstrategie" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Hintergrund und Zielsetzung

Torf ist ein organischer, kohlenstoffreicher Rohstoff, der aus entwässerten Moorböden gewonnen wird. Neben der energetischen Nutzung als Brennstoff wird Torf überwiegend zur Substratherstellung und Bodenverbesserung für gartenbauliche Zwecke genutzt.

Intakte Moore sind der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher. Die Trockenlegung verhindert die weitere Speicherung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre und die Zersetzung von Torf im Laufe seiner Nutzung setzt erhebliche CO2-Emissionen frei. Gemäß den Daten der Klimaberichterstattung entstehen in Deutschland Emissionen in Höhe von mehr als 2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr.

Im Klimaschutzprogramm 2030 ist der "Schutz von Moorböden einschließlich Reduzierung der Torfverwendung in Kultursubstraten" beschlossen und somit Gegenstand der politischen Klimadebatte geworden. Im Zuge dessen verfolgt das BMEL das Ziel die Torfnutzung im Gartenbau zu reduzieren, ohne dass dies zur wirtschaftlichen Belastung für Erdenhersteller und gartenbauliche Unternehmen wird. In diesem Kontext hat das BMEL das Thünen-Institut und das Julius Kühn-Institut beauftragt, die Erarbeitung einer Strategie zur Torfminderung und die damit verbundenen politischen Maßnahmen wissenschaftlich zu unterstützen. Hierzu werden am Thünen-Institut die Möglichkeiten und Wirkungen gesamtwirtschaftlich bewertet, die mikroökonomische Bedeutung für Gartenbaubetriebe analysiert und eine ökologische Bewertung mit Hilfe von Ökobilanzen vorgenommen.

Ziel des Teilprojekts Ökobilanzierung ist es, sowohl Torf als auch Torfersatzstoffe auf ihre potentielle Umweltwirkung zu untersuchen. Hierbei wird neben der Gewinnung und Verarbeitung von Torf und Torfersatzstoffen auch die Anwendung der torfhaltigen und torfreduzierten Substrate in Beispielkulturen betrachtet.

Zielgruppe

In erster Linie dient das Projekt der wissenschaftlichen Unterstützung des BMEL und politischer Entscheidungsträger. Weiterhin sollen wirtschaftliche Akteure des Gartenbaus und der Erdenherstellung, Umweltverbände, Wissenschaft, Verbraucher und die interessierte Öffentlichkeit von den Erkenntnissen profitieren.

Vorgehensweise

Wir untersuchen die Herstellung von Torf und Torfersatzstoffen sowie deren Anwendung in Kultursubstraten auf ihre potentiellen Umweltauswirkungen mit Hilfe von Ökobilanzen. Die Ökobilanz ist ein Verfahren zur medienübergreifenden Erfassung und Beurteilung umweltrelevanter Sachverhalte. Mit Hilfe von Ökobilanzen ist es möglich Umwelteinflüsse abzubilden und somit Produkt- und/oder Verfahrensalternativen aus Umweltsicht miteinander zu vergleichen.

Unsere Forschungsfragen

Welche potentiellen Umweltauswirkungen gibt es bei der Gewinnung von Torf und Torfersatzstoffen?

Welche potentiellen Umweltauswirkungen gibt es im Einsatz von torfhaltigen, torfgeminderten und torffreien Substraten in der gartenbaulichen Anwendung?

Wie kann eine Zertifizierung von Torfersatzstoffen, die nicht aus dem europäischen Binnenmarkt stammen, aussehen?

Links und Downloads

Seite des BMEL zum Thema Reduzierung des Torfeinsatzes: www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Gartenbau/_Texte/Torf.html

Seite des MITODE-Projekts: www.mitode.de

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
    (Braunschweig, Deutschland)

Zeitraum

1.2019 - 5.2023

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft