Institut für

Agrartechnologie

Präzisionslandwirtschaft

In der Präzisionslandwirtschaft optimieren wir standortspezifisch Produktionsprozesse anhand gemessener Daten von Boden, Pflanze und Wasserversorgung. Wir prüfen Sensoren und entwickeln praxistaugliche robuste Messverfahren, um neuartige Pflanzenbausysteme zu etablieren und Managementtechniken zu verbessern.

Messtraktor mit Multi-Sensorsystem
Messtraktor mit Multi-Sensorsystem (© Thünen-Institut)

Felder mit homogenen Bodenverhältnissen gibt es nur sehr selten. Mal ist der Boden sandig, mal lehmig, mal feucht, dann mal trocken, und meistens sind innerhalb einer zu bearbeitenden Fläche nur kleine Teilgebiete mit gleichen Bedingungen zu finden. Werden die Bodenverhältnisse all dieser Teilgebiete einzeln berücksichtigt kann die Energie und die Bearbeitungsintensität teilflächenspezifisch reduziert und eine nachhaltigere Bewirtschaftung der Felder erreicht werden. Man spricht dann von Präzisionslandwirtschaft oder von der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung der Felder.

Die technischen Möglichkeiten, Daten von Boden, Pflanze, Wasserversorgung sowie eingesetzten Landmaschinen zu erheben und mit der hochgenauen GPS-Position zu verknüpfen, erlauben eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Felder. So ist beispielsweise an Standorten mit ungleicher Wasserspeicherfähigkeit des Bodens eine angepasste Bewässerung möglich.

Der rasante Fortschritt in der Sensorik, der Elektronik, der Informationsverarbeitung, der Bildverarbeitung und der Automatisierung durch kontinuierlich steigende Rechenleistung sowie Miniaturisierung eröffnet völlig neue Perspektiven in der Präzisionslandwirtschaft. Wir erforschen Messverfahren, entwickeln Messsysteme und bewerten Sensoren für eine Ressourcen schonende Landwirtschaft der Zukunft.

Mit unserer fliegenden Messplattform ThünoCopter ist es möglich, Felder aus der Vogelperspektive zu inspizieren, ohne sie befahren oder betreten zu müssen. Mit Hilfe definierter Flugrouten können Felder abgerastert werden. Schädlingsbefall, Verunkrautung, Trockenstress und Erosionsschäden lassen sich so rechtzeitig aufspüren und Gegenmaßnahmen können zeitnah eingeleitet werden.

Das Institut verfolgt mit Kooperationspartnern das Ziel, die Trockentoleranz von Getreidesorten und –genotypen mit fernerkundlichen Messungen vorherzusagen, um auf diese Weise Züchtern, Beratern und Landwirten Entscheidungshilfen für die Sortenwahl zu geben.

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