Institut für

Agrarklimaschutz

Institutsleitung

Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Hanne Schmidt-Przebierala
Institut für Agrarklimaschutz

Bundesallee 65
38116 Braunschweig
Telefon: +49 531 596 2601
Fax: +49 531 596 2699
ak@thuenen.de


Kohlenstoff in Böden

Organische Bodensubstanz bewahren und Klima schützen

Beprobung eines 120 cm tiefgepflügten Waldbodens (Treposol) bei Gifhorn
Beprobung eines 120 cm tiefgepflügten Waldbodens (Treposol) bei Gifhorn (© Thünen-Institut/Axel Don)

Die organische Substanz in unseren Böden ist nicht nur ein entscheidender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit, sie ist auch bedeutend für den Klimaschutz. Verringert sich die organische Bodensubstanz im Zuge der Bewirtschaftung, wird CO2 freigesetzt. Durch den Vorratsaufbau organischer Bodensubstanz können Böden aber auch eine Senke für CO2-Kohlenstoff sein. Über die Mineralisation von Stickstoff, der in der organischen Bodensubstanz gebunden ist, können beim Abbau organischer Bodensubstanz zusätzlich N2O-Emissionen auftreten.

Wir messen, analysieren und modellieren die Bildungs- und Umsetzungsprozesse organischer Substanz in Agrarböden und die damit verbundenen Reaktionspfade von Kohlenstoff und Stickstoff. In standortdifferenzierten Ansätzen bewerten wir, wie sich die landwirtschaftliche Bodennutzung und gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen auf die organische Bodensubstanz auswirken. Forschungsschwerpunkte bilden

  • die Umsetzungsprozesse und großen Verluste organischer Bodensubstanz in entwässerten, landwirtschaftlich genutzten Moorböden,
  • die standortdifferenzierte Bewertung von Landnutzungsänderungen und
  • die Bedeutung von Unterböden für die Stabilisierung und Speicherung organischer Bodensubstanz.
Ein Gleyboden unter Acker zeigt die typische scharfe Untergrenze des Pflughorizonts (Bodenzustandserhebung Landwirtschaft)
Ein Gleyboden unter Acker zeigt die typische scharfe Untergrenze des Pflughorizonts (Bodenzustandserhebung Landwirtschaft) (© Thünen-Institut/AK)

In der ersten nationalen Bodenzustandserhebung Landwirtschaft untersuchen wir deutschlandweit Agrarböden an über 3000 Standorten. Dadurch schaffen wir eine neue Datengrundlage, mit der sich der Einfluss von Klima, Boden, Nutzung und Bewirtschaftung auf den Vorrat organischer Bodensubstanz und dem darin gespeicherten Kohlenstoff und Stickstoff bewerten lässt. Daneben prüfen wir auch Potenziale und Risiken des Eintrags von unterschiedlich hergestellten Pflanzenkohlen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und der Kohlenstoffvorräte in Agrarböden.