Institut für

Agrarklimaschutz

Internationaler Workshop: Treibhausgasemissionen im Rapsanbau und Minderungsoptionen

04. und 05. März 2015, Braunschweig

In den letzten Jahren wurde in Europa eine lebhafte Diskussion über Vor- und Nachteile von Biokraftstoffen geführt, die in der  EU Erneuerbare-Energien-Richtlinie mit ihrer Forderung nach 50 % Einsparung von Treibhausgasen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ab 2017 gipfelte. Als Folge daraus haben die Forschung über Feldemissionen, insbesondere über Lachgasemissionen, beim Rapsanbau und die Ökobilanzierung von Rapsbiodiesel an zusätzlicher Bedeutung gewonnen.

Um den internationalen Austausch bei der Forschung über die Treibhausgasbilanz von Raps zu fördern, hat das Thünen-Institut am 04. und 05. März 2015 einen Workshop ausgerichtet. Der Workshop wurde im Rahmen des Verbundprojekts „Minderung von Treibhausgasemissionen im Rapsanbau unter besonderer Berücksichtigung der Stickstoffdüngung“ organisiert. Das Projekt wird aufgrund eines Beschlusses des Bundestags über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finanziert und wird von der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) finanziell unterstützt.

Experten und Wissenschaftler aus Kanada, Dänemark, Frankreich, Polen, Schweden, Großbritannien und Deutschland trafen sich im Thünen-Institut und diskutierten folgende Themen:

  • Neue Ergebnisse über Lachgasemissionen im Rapsanbau (aus Messungen und Modellierung)
  • Managementoptionen zur Erhöhung der Produktivität von N-Düngung in Rapsfruchtfolgen und zur Verminderung von Lachgasemissionen und Nitratauswaschung
  • Einfluss von Rapsanbau auf Humusvorräte
Feldexperiment mit Raps – Weizen – Gerste – Fruchtfolge bei Kiel.
Feldexperiment mit Raps – Weizen – Gerste – Fruchtfolge bei Kiel. (© Universität Kiel/Thomas Räbiger)

Obwohl präsentierte Ergebnisse aus laufenden und kürzlich abgeschlossenen Studien eine klare Abhängigkeit der Lachgasemissionen von der Stickstoffdüngung bestätigen, weisen sie darauf hin, dass diese Emissionen möglicherweise geringer sind als bisher angenommen. Da aber Mineraldünger bereits durch ihre Produktion mit Emissionen von Treibhausgasen belastet sind, wurde die Stickstoffnutzungseffizienz als Schlüsselfaktor zur Verbesserung der produktbezogenen Treibhausgasbilanz von Raps (durch verringerte Feldemissionen und maximierte Erträge) identifiziert. Weiterhin sollten Stickstoffdünger mit geringen Treibhausgasemissionen bei der Herstellung verwendet werden, um das 50 %-Einsparungsziel erreichen zu können. Ergebnisse über die Wirkung von Rapsanbau auf die Bodenhumusvorräte sind nicht eindeutig, aber es scheint zumindest keinen stark negativen Einfluss zu geben.

Der Vergleich der gezeigten Treibhausgasbilanzen der Rapsproduktion in unterschiedlichen europäischen Ländern zeigt einen starken Einfluss von methodischen Besonderheiten auf. Weitere Anstrengungen sind notwendig, um hier die Konsistenz zu verbessern.

Vorträge

Dethroning a king: Canola’s rise to supremancy and what it could mean to the atmosphere
Reynald Lemke, Agriculture and Agri-Food Canada
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Overview of nitrous oxide measurements from oilseed rape in the UK
Ute Skiba, Centre of Ecology and Hydrology, UK
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Measurement and modelling of N2O emissions from oilseed rape: an overview of 20 years of research in France
Benoît Gabrielle, AgroParisTech, France
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Quantification of soil N2O emissions from biofuel feedstock cultivation – the Global Nitrous Oxide Calculator (GNOC)
Renate Koeble, Consultant to EU Joint Research Centre
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Direct nitrous oxide emissions from oilseed rape cropping – a meta-analysis
Katja Walter, Thünen Institute, Germany
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Evaluation of GHG-Emissions from Winter-Oilseed-Rape cropping systems: Why is it challenging to include preceding crop effects?
Ingo Pahlmann, Kiel University, Germany

GHG balancing crop-by-crop vs. crop rotation cycles – how figures can differ
Horst Fehrenbach, Institute for Energy and Environmental Research (IFEU), Germany
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Greenhouse gas emission from oilseed rape in France:  from field measurements to Life Cycle Analysis
Cécile Le Gall, CETIOM, France

Target values for rapeseed in German fertilizer recommendations
Bernhard Osterburg, Thünen Institute, Germany
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GHG emissions from rapeseed cultivation in Poland
Magdalena Borzęcka-Walker, Institute of Soil Science and Plant Cultivation, Poland
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Oilseed rape cropping practice and its impact on GHG emissions in Danish and German NUTS2 regions
Lars Elsgaard, Aarhus University, Denmark
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Dörte Riemer, State Research Institute for Agriculture and Fisheries Mecklenburg-Vorpommern, Germany

Yield-scaled N2O emissions from oilseed rape bioenergy crop rotations in Germany
Sarah Köbke, Göttingen University, Germany

Organic fertilization as a mitigation option: ammonia and nitrous oxide emissions
Thomas Räbiger, Kiel University, Germany
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Direct and post-harvest N2O emissions during cultivation of oilseed rape in southern Germany
Beat Vinzent, Technical University of Munich, Germany

Nitrate leaching and optimal N fertilization in oilseed rape
Lena Engström, Swedish University of Agricultural Sciences, Sweden
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Tillage methods influence greenhouse gas emissions and soil C/N stock changes in winter oilseed rape cultivation
Jürgen Augustin, Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research (ZALF), Germany
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Carbon, Nitrogen and Starch dynamics in four different oilseed rape genoytpes
Ruth Lamparter, Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research (ZALF), Germany

Impact of rapeseed cropping on the soil carbon balance
Antje Moffat, Thünen Institute, Germany

Canola cropping and carbon and nitrogen cycling on the Canadian prairies
Reynald Lemke, Agriculture and Agri-Food Canada
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