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Unterschiedliche Baumsaaten werden in Händen gehalten, darunter Zapfen und Bucheckern
© Bernd Degen
Unterschiedliche Baumsaaten werden in Händen gehalten, darunter Zapfen und Bucheckern
Institut für

FG Forstgenetik

Projekt

Prüfung der Eignung von Pappel- und Weidenklonen für die Energieholzerzeugung im Kurzumtrieb


Federführendes Institut FG Institut für Forstgenetik

©

Prüfung der Eignung von Pappel- und Weidenklonen für die Energieholzerzeugung im Kurzumtrieb

Das Thünen-Institut für Forstgenetik verfügt über umfangreiche Sammlungen von Klonen Gattungen Populus and Salix. Diese werden nun auf ihre Eignung zum Anbau im Kurzumtrieb getestet. Dies erfolgt durch die Anlage von entsprechenden Klonprüfungen, in denen regelmäßig Biomassebestimmungen erfolgen sollen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die auf den Versuchsflächen produktivsten Klone sollen zugelassen und für den Anbau im Kurzumtrieb empfohlen werden

Vorgehensweise

Die in den Vorprüfungen in der Baumschule besten Klone werden in größeren Stückzahlen für den Aufbau eines Mutterquartiers vermehrt. Mit Steckhölzern dieser Klone werden bis zu 10 Klonprüfversuche angelegt. Nach 3 bis 5 Jahren werden diese Flächen geerntet und die Biomasse der Klone bestimmt. Weiterhin wird das Auftreten von Krankheiten, insbesondere Melampsora-Blattrost, untersucht. Ziel ist es, die besten Klone für einen Anbau in der Praxis zu identifizieren, um so das Klonspektrum zu erweitern.

Ergebnisse

Von den Klonen der Gattung Populus, die bereits vor längerer Zeit für den forstwirtschaftlichen und Flurholzanbau selektiert wurden, hat sich uneingeschränkt nur der aus Italien stammende Klon 960 (P. deltoides x P. maximowiczii) auf allen Prüfflächen (5) bewährt. In Abhängigkeit vom jeweiligen Standort und der Rotation wurden Erträge von 7,5 und 23,0 tatro/ha/a erreicht. Auch die Klone 962 und H 275 (Hybride 275) konnten meist überzeugen. Die anderen Klone dieser Gruppe erbrachten nur durchschnittliche oder deutlich unterdurchschnittliche Erträge. Die Leistung von Max 1, der sehr häufig für Energieholzpflanzungen verwendet wurde, bewegte im Bereich des jeweiligen Versuchsmittels. Überraschend war das durchweg schlechte Abschneiden von Androscoggin. Auch dieser Klon wurde in den letzten Jahren häufig verwendet. Etwas problematisch ist das relativ schlechte Bewurzelungsverhalten der Klone 960 und 962. Allerdings wird die anfangs etwas geringere Pflanzenzahl in späteren Rotationen durch eine höhere Wuchsleistung je Stock wieder ausgeglichen.

Gute Ertragsleistungen nach der 1. Rotation haben auch einige neue Klone aus Nordamerika gezeigt. Dabei handelt es sich sowohl um Klone von P.× euramericana als auch von P. deltoides x P. maximowiczii. Die Erträge der besten Klone lagen zwischen 7,5 und 23,0 tatro/ha/a.

Auffällig war die sehr starke Abhängigkeit der Wuchsleistung aller geprüften Klone von der Standortqualität. Bereits kleine Schwankungen mikrostandörtlicher Bedingungen wirkten sich aus, wie durch die hohen Streuungswerte in den einzelnen Versuchen belegt wurde.

Bei den Weiden ist eine Aussageüber die Eignung der geprüften Klone für den Anbau in Energieholzpflanzungen schwierig, da mit einer Ausnahme das Ertragsniveau auf den Versuchsflächen sehr gering war. Bei für Weide geeigneten Standortbedingungen lassen sich mit den schwedischen Klone Tordis und Sven gute Erträge erzielen, die über 10 tatro/ha/a nach der zweiten und dritten Rotation liegen können. Das gilt auch für die Klone SCUK, Reif und SN 2, die aus verschiedenen Arten bzw. Hybriden stammen.

Für trockene Bedingungen können Klone von Salix daphnoides bzw. von Hybriden mit S. daphnoides als Elter von Interesse sein. Das gilt insbesondere dann, wenn eine Mehrfachnutzung angestrebt wird, da diese Art reich an Salicylaten ist.

Thünen-Ansprechperson

Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2011 - 12.2020

Weitere Projektdaten

Förderprogramm: FNR
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

  1. 0

    Schneck V, Heimpold C, Liesebach M (2020) Aktuelle Ergebnisse der Züchtung von Hybridaspen (Populus x wettsteinii Hämet-Ahti). Thünen Rep 76:133-143

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062241.pdf

  2. 1

    Liesebach M (ed) (2020) Forstpflanzenzüchtung für die Praxis : 6. Tagung der Sektion Forstgenetik/Forstpflanzenzüchtung vom 16. bis 18. September 2019 in Dresden ; Tagungsband. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 296 p, Thünen Rep 76, DOI:10.3220/REP1584625360000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062169.pdf

  3. 2

    Liesebach M (2020) Pappeln und andere schnellwachsende Baumarten in Deutschland : Bericht der nationalen Pappelkommission ; 2016 - 2019. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 38 p, Thünen Working Paper 141, DOI:10.3220/WP1585652175000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062188.pdf

  4. 3

    Liesebach M (2020) Poplars and other fast growing tree species in Germany : Report of the National Poplar Commission ; 2016-2019. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 36 p, Thünen Working Paper 141a, DOI:10.3220/WP1585727785000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062191.pdf

  5. 4

    Schneck V (2018) Biomasseleistung neuer und alter Pappelklone nach der 1. vierjährigen Rotation. In: Ammer C, Bredemeier M, Arnim G von (eds) FowiTa : Forstwissenschaftliche Tagung 2018 Göttingen ; Programm & Abstracts ; 24. bis 26. September 2018. Göttingen: Univ Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, p 419

  6. 5

    Bubner B, Köhler A, Zaspel I, Zander M, Förster N, Gloger J, Ulrichs C, Schneck V (2018) Breeding of multipurpose willows on the basis of Salix daphnoides Vill., Salix purpurea L. and Salix viminalis L.. Landbauforsch Appl Agric Forestry Res 68(1-2):53-66, DOI:10.3220/LBF1538634874000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060213.pdf

  7. 6

    Liesebach M, Schneck V (2018) Clone test with hybrid aspen (As130). Thünen Rep 62:127-130

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060317.pdf

  8. 7

    Schneck V (2012) Prüfung von Pappelklonen aus einem alten Sortiment auf Anbaueignung für Energieholzpflanzungen. Beitr Nordwestdt Forstl Versuchsanst 8:370-371

  9. 8

    Schneck V, Zaspel I (2008) Phytopathologische Probleme bei der Anzucht und Kultur von Pappeln (Populus spp.) für die Biomasseproduktion. Cottbuser Schr Ökosystemgenese Landschaftsentwickl 6:203-207

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