Thünen-Institut auf der Grünen Woche in Berlin

Mit einem vielfältigen Informationsangebot zu den Themen „Fisch/Fischereiforschung“ und „Boden“ präsentiert sich das Thünen-Institut auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin in der Messehalle des BMEL. Die Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2018 statt. Sie zieht traditionell mehrere 100.000 Besucher an.


Das Meer ist groß und weit. Da sollte doch für jeden Nutzer mehr als genug Platz sein?! Dass die Realität heutzutage anders aussieht, zeigt das Thünen-Institut in der BMEL-Halle 23a anhand einer interaktiven Karte der Nordsee. Leuchtdioden markieren die Gebiete, die durch Schifffahrtslinien, Gas- und Ölfördergebiete oder Windpark-Areale beansprucht werden, andere Nutzer wie Fischerei und Naturschutz kommen hinzu. Es zeigt sich: Die Nordsee steht im Fokus vieler, teils konkurrierender Nutzergruppen. Ein gesellschaftlicher Diskurs und politische Regelungen sind nötig, will man die einzelnen Ansprüche im Konsens befriedigen.

Ein Netz ist ein Netz? Keineswegs! Die Fischereitechniker des Thünen-Instituts tüfteln seit langem und sehr erfolgreich an Netztypen, die es Fischern ermöglichen, selektiver zu fischen. Dabei geht es nicht nur um Maschengrößen und -formen. In der Messehalle zeigen sie z. B. das sogenannte Freswind-Netz. Dieses für die Dorschfischerei entwickelte Netz hat einen „Notausgang“ für Plattfische. Es selektiert also nach Arten. Die Umweltorganisation WWF war davon so angetan, dass sie es 2015 mit einem Preis auszeichnete – und doch ist dieses Netz nur ein Zwischenergebnis auf dem Weg zu praktikablen, „intelligenten“ Netzen mit hoher Selektivität.

Auch bei der alljährlichen Festlegung der Fangquoten für die einzelnen Fischbestände leisten Fischereiforscher unverzichtbare Hilfe. Auf regelmäßigen Forschungsreisen erheben sie Daten zum aktuellen Zustand der Bestände – wie genau das geht, erläutern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Thünen-Instituts an ihrem Messestand.

Aufbereitet und für jeden einsehbar sind die Daten im Internet in dem Portal Fischbestände online. Es informiert darüber, wie es Dorsch, Hering, Seelachs und Co. aktuell geht. Das Portal gibt – im Gegensatz zu verschiedenen Einkaufsführern – keine Kaufempfehlungen für Verbraucherinnen und -verbraucher; es wendet sich vor allem an den Fischhandel. Aber auch jeder Konsument kann sich dort online informieren, wie es um die Bestände aller wichtigen Speisefische bestellt ist.

In einem anderen Bereich der Halle 23a geht es um das Thema Boden. Je nach Bodentyp und Bodenbeschaffenheit können Böden Wasser – etwa nach Niederschlägen - unterschiedlich lange halten. Jeder weiß, dass leichte Sandböden sehr durchlässig sind, während das Wasser auf lehmigen Böden durchaus lange stehen kann. Doch wie versickert das Wasser eigentlich? Das illustrieren am Thünen-Stand Fotos verschiedener Bodenprofile. Sie zeigen, dass nicht nur die Bodenschichtung, sondern auch detaillierte Strukturmerkmale wie z.B. Regenwurmgänge eine entscheidende Rolle spielen.

Mit dem Wasser gelangen Nährstoffe, aber auch Schadstoffe in den Boden und werden dort in tiefere Schichten verfrachtet. Dabei kann der Boden durchaus wie ein Filter wirken und einzelne Stoffe zurückhalten, wie die Thünen-Experten anhand eines verblüffenden Modells zeigen.