Warum 20 Prozent Ökolandbau?

Hintergrund

Das Ziel, den ökologischen Landbau auf 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszudehnen, hat die Bundesregierung im Jahr 2002 erstmals formuliert. Warum eigentlich?


Im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland – Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung“ hat die Bundesregierung 2002 erstmals das Ziel formuliert, den ökologischen Landbau bis 2010 auf 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszudehnen. Begründet wurde dieses Ziel mit den besonderen Leistungen des ökologischen Landbaus  für den Boden- und Gewässerschutz sowie für seinen Beitrag zum Tierschutz und Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Um eine deutliche Ausdehnung zu ermöglichen, wurde unter anderem das Bundesprogramm Ökologischer Landbau – heute: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) – aufgelegt und die 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gestärkt.

In den nachfolgenden Fortschrittsberichten zur nationalen Nachhaltigkeit wurde das 20 %-Ziel beibehalten – der zeitliche Bezug allerdings weggelassen. Im aktuellen Fortschrittsbericht aus dem Jahr 2012 kündigt die Bundesregierung an, die Rahmenbedingungen für einen Umstieg der Landwirte vom konventionellen zum ökologischen Landbau so zu gestalten, dass in den nächsten Jahren ein Öko-Anteil von 20 % erreicht werden kann. Mögliche Wege zu diesem Ziel hat in den vergangenen Jahren unter anderem der deutsche Rat für Nachhaltige Entwicklung formuliert. Der Rat schlägt eine grundlegend neue Architektur der Politik für Landwirtschaft und ländliche Räume vor, die den Ökolandbau als „Gold-Standard“ für das Leitbild einer nachhaltigen Landwirtschaft etabliert.

Neben Deutschland haben sich auch andere europäische Länder konkrete Förderziele für den ökologischen Landbau gesteckt. Ein Öko-Anteil von 20 % verfolgen beispielsweise auch Schweden, Finnland, Österreich und Slowenien. In den wenigsten Fällen wurden die gesetzten Ziele bisher allerdings auch erreicht. Eine Ausnahme ist beispielsweise Lettland, das in seinem letzten Öko-Aktionsplan einen Flächenanteil von 12 % bis 2013 anstrebte und dieses Ziel bereits 2010 erreichte.