Öko-Aktionspläne in Europa

Hintergrund

Öko-Aktionspläne können für die Entwicklung des Biosektors eine große Bedeutung haben. Allerdings unterscheiden sich die Pläne der einzelnen EU-Mitgliedsländer erheblich voneinander und damit auch ihre Wirkung auf die Öko-Branche. 


In den vergangenen 15 Jahren haben die meisten europäischen Länder Aktionspläne für den ökologischen Landbau oder ähnliche Förderprogramme ins Leben gerufen. In einigen EU-Ländern, beispielsweise im Vereinigten Königreich, hat es solche nur für eine bestimmte Zeit gegeben, während andere, etwa Österreich, ihre Aktionspläne kontinuierlich fortgeschrieben haben. In anderen Ländern wurden Aktionspläne erarbeitet aber nie wirklich umgesetzt (z. B. Portugal).

Derzeit gibt es in neun EU-Mitgliedsstaaten nationale Aktionspläne für den ökologischen Landbau. In Belgien, Spanien und Deutschland existierten zudem auch regionale Pläne. Auf EU-Ebene wurde 2004 erstmals ein Europäischer Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft und ökologisch erzeugte Lebensmittel von der EU-Kommission eingeführt, der 2014 fortgeschrieben wurde.

Neben ihrer Häufigkeit und Dauer unterscheiden sich die Aktionspläne hinsichtlich ihrer konzeptionellen Gestaltung und der geförderten Maßnahmen. Dies verdeutlicht, dass es in Europa unterschiedliche Förderstrategien gibt. Manche Aktionspläne konzentrieren sich weniger auf einzelne Fördermaßnahmen, sondern sind eher Strategiepapiere, die beispielsweise in Schweden die Rahmenbedingungen für weitere Maßnahmen schaffen. Der Aktionsplan, der für den Zeitraum 2007 bis 2010 implementiert wurde, war allgemein gehalten und beschrieb mögliche Strategien zur Entwicklung des Ökolandbaus. Andere Aktionspläne sind hingegen erheblich detaillierter und enthalten eine Liste mit konkreten Maßnahmen. Der irische Aktionsplan etwa sieht zahlreiche spezifische Maßnahmen vor, legt für diese jeweils den Zeitrahmen fest und definiert die Rolle der beteiligten Institutionen.

Große Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der finanziellen Ausstattung. In vielen Fällen wird den Öko-Aktionsplänen kein eigenes Budget zugeteilt. Finanzielle Mittel stellen in diesem Fall die jeweils beteiligten Akteure zur Verfügung, oder die Pläne werden im Rahmen anderer laufender Programme finanziert, so wie in der Tschechischen Republik und in Österreich. Im Gegensatz dazu verfügt das deutsche Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft über ein eigenes Budget, das zur Finanzierung von Forschungs- und Informationsmaßnahmen verwendet wird. Da im Rahmen des Bundesprogramms auch andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft unterstützt werden und der Schwerpunkt des Programms auf Forschungs- und Informationsmaßnahmen liegt, handelt es hierbei allerdings nicht um einen Öko-Aktionsplan im engeren Sinne.