Neuigkeiten zum Strategieprozess

Info-Splitter

++15.02.2017++ Zukunftsstrategie vorgestellt

Auf der Biofach in Nürnberg, der weltweit größten Messe für ökologische Konsumgüter, hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am Mittwoch, 15. Februar 2017, mit Vertretern der Bio-Branche die „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ vorgestellt. Mit dem erklärten Ziel, das in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie verankerte Ziel „20 % Ökolandbau“ zu erreichen, hatte der Bundesminister den Strategieprozess dazu 2015 angestoßen und das Thünen-Institut mit seiner Koordinierung beauftragt.

Die Roadmap für mehr Bio in Deutschland ebnet den Weg,  bessere Rahmenbedingungen für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft zu schaffen.

Zukunftsstrategie ökologischer Landbau auf den Seiten des BMEL

++05.09.2016++ 15 Jahre Bio-Siegel

Heute vor genau 15 Jahren wurde das sechseckige Biosiegel vom Bundeslandwirtschaftsministerium der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Start gab es damals 15 Unternehmen mit 85 gekennzeichneten Bioprodukten. Mittlerweile sind insgesamt 74.610 Produkte von 4.781 Unternehmen für eine Nutzung des Bio-Siegels angemeldet, und es gehört zu den bekanntesten und häufigsten Siegeln in der deutschen Lebensmittelkennzeichnung. Gemäß einer Untersuchung des Thünen-Instituts kennen 94 % der Konsumenten das Siegel.

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, erklärte zum Geburtstag des Bio-Sigels: „Das deutsche Bio-Siegel ist eine Erfolgsgeschichte, die wir weiter fortschreiben. Fast jeder Deutsche kennt das sechseckige Logo als verlässliches Erkennungszeichen für ökologisch hergestellte Lebensmittel. Auf eines müssen sich die Käufer verlassen können: Wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein.”

Mit dem Bio-Siegel können Produkte und Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert wurden. Alle Hersteller von zertifizierten Bio-Produkten, die das Bio-Siegel nutzen möchten, müssen dieses vor der erstmaligen Verwendung bei der Informationsstelle Bio-Siegel in der BLE anzeigen. Einzelheiten der Gestaltung und Verwendung des Bio-Siegels sind in der Öko-Kennzeichenverordnung geregelt.

++21.06.2016++ Strategieforum in Plankstetten

Rund 100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben sich am 20. und 21.06.2016 im Benediktinerkloster Plankstetten zu einem nationalen Strategie-Forum getroffen. Ziel der Veranstaltung war es, einen kritischen Blick auf die bislang im Rahmen der Zukunftsstrategie erarbeiteten Vorschläge zur Stärkung des Ökolandbaus zu werfen. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob die bisher vorliegenden Konzeptentwürfe und die gesetzten Prioritäten im Hinblick auf den angestrebten Öko-Flächenanteil von 20 % ausreichen.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt betonte in seiner Rede, dass diese Zielmarke zwar ambitioniert, aber machbar sei. Wie die Diskussion in Plankstetten zeigte, sind eine kohärente Politik, Forschung und Vermarktung zentrale Stellschrauben, um noch mehr Landwirte für die Umstellung auf den ökologischen Landbau zu gewinnen. Darüber hinaus kommt auch den Themen „Import“, „Berufliche Bildung“, „Beratung“, „Eiweißfuttermittel“ und „Züchtung“ in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung zu. Daher wurden diese Aspekte in verschiedenen Workshops beleuchtet.

++30.05.2016++ Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht

Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung hat am 30. Mai 2016 den Entwurf der neuen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung veröffentlicht. Die bisherige Strategie wurde im Hinblick auf die im letzten Jahr beschlossene „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen in weiten Teilen überarbeitet. Einen wichtigen Baustein der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung soll die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau bilden. Die Umsetzung der von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt angestoßenen Initiative ist eine von sechs nationalen Aktivitäten, die im Hinblick auf das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“ vorgesehen sind.  

Weitere Informationen zur Neufassung der Nachhaltigkeitsstrategie finden Sie hier: http://kurzlink.de/Nachhaltigkeit_DE 

++04.05.2016++ Bio kann jeder – auch der Bund

Welche Ziele und Maßnahmen sind notwendig, damit Bund, Länder und Kommunen bei der öffentlichen Beschaffung verstärkt auf Bio-Lebensmittel setzen? Darüber diskutierten 18 Expertinnen und Experten von Bund, Ländern und Kommunen sowie Hersteller, Betriebsleiter, Berater und Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der Vernetzungsstellen Schulverpflegung und der Bio-Anbauverbände.  

Wie die Diskussion zeigte, ist die Festlegung eines bestimmten Anteils ökologisch erzeugter Lebensmittel bei der Warenbeschaffung ein mögliches Instrument, um mehr Bio-Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung von öffentlichen Einrichtungen zu etablieren. Hilfreich kann eine stufenweise Steigerung des Prozentsatzes sein, der in den Vergabeunterlagen festgeschrieben wird. Bei all dem ist nach Ansicht der Experten eine begleitende Beratung notwendig, die auf allen Ebenen ansetzen sollte. Dazu gehören beim Auftraggeber die Leitungsebene, die Fachreferate und die Vergabestelle und beim Auftragnehmer zum Beispiel der Betriebsleiter, der Koch und natürlich auch der Gast.

++01.03.2016++ Kleine Anfrage der Grünen

Ein großes Interesse an der Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vor der Biofach gezeigt. Im Rahmen einer kleinen Anfrage haben die Grünen insgesamt 24 Fragen an die Bundesregierung gestellt. Unter anderem interessierten sich die Parlamentarier für die finanziellen Mittel, die in die Erarbeitung der Zukunftsstrategie eingeflossen sind, die Anzahl der bisher durchgeführten und noch geplanten Treffen und Veranstaltungen sowie die in den Strategieprozess eingebundenen Akteure und Branchen.

++25.02.2016++ Immer mehr regionale Öko-Aktionspläne

Regionale Öko-Aktionspläne sind im Kommen. Nachdem Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen in den vergangenen Jahren den Anfang gemacht haben, stellten Anfang dieses Jahres Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern ihre Förderstrategie für den ökologischen Landbau vor. Zuletzt wurde Anfang Februar der Öko-Aktionsplan Sachsen-Anhalt von Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aikens vorgestellt. Neben einem Bündel von regionalen Fördermaßnahmen werden im Landesprogramm auch verschiedene Anknüpfungspunkte mit der BMEL Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau des Bundes vorgestellt. Synergieeffekte werden insbesondere im Handlungsfeld 3 (Forschung, Entwicklung, Wissenstransfer) gesehen – beispielsweise durch einen Ausbau der Verbindung zum Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

++13.02.2016++ ZUKUNFTSSTRATEGIE IM ZEITPLAN

Das Politikforum „Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau – Mehr Bio für Deutschland“ wurde auf der Biofach genutzt, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Wie der Koordinator der Zukunftsstrategie Jürn Sanders auf der Veranstaltung ausführte, liegt der vom Bundeslandwirtschaftsministerium im vergangenen Jahr initiierte Strategieprozess voll im Zeitplan. Bisher wurden 25 Maßnahmen als besonders relevant eingestuft, für die derzeit konkrete Umsetzungskonzepte erarbeitet werden. Erste Arbeitsergebnisse aus den drei Handlungsfeldern Vermarktung, Bildung/Beratung und Forschung wurden im Rahmen des Forums von Katrin Zander (Thünen-Institut), Karl Kempkens (Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) und Stefan Lange (Deutsche Agrarforschungsallianz) vorgestellt.  

Die Leiterin des Referats Ökologischer Landbau im Bundeslandwirtschaftsministerium, Elisabeth Bünder, wies darauf hin, dass im bisherigen Prozess schon einiges zusammengetragen und auch schon auf den Weg gebracht worden sei. „Das geht in die richtige Richtung“, betonte Bünder. Ziel der Zukunftsstrategie sei es, zu erkennen, wo die Stellschrauben seien, um den ökologischen Landbau noch weiter voranzubringen. Mit ihr auf dem Podium saßen Thomas Dosch vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und der Geschäftsführer des BÖLW Peter Röhrig. Beide machten deutlich, dass der Erfolg der Strategie von einer möglichst zeitnahen Umsetzung einzelner Maßnahmen abhängt.

++15.01.2016++ Diskussionen auf der Biofach

Auf dem  Biofach-Kongress werden am Donnerstag, 11. Februar, erste Zwischenergebnisse des Strategieprozesses zur Diskussion gestellt. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche politischen Impulse der „boomende“ Biomarkt benötigt, wie der Ökolandbau stärker in die berufliche Bildung integriert werden kann und welche Forschungsprioritäten künftig gefragt sind. In einem Podiumsgespräch melden sich auf der Veranstaltung am 11. Februar auch Politiker und Branchenvertreter zu Wort: Clemens Neumann vom BMEL, Felix zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und Thomas Dosch vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sprechen über die Umsetzung und ihre Erwartungen an die Zukunftsstrategie.

11. Februar 2016, Donnerstag, 16 bis 17.30 Uhr, Ort: Saal St. Petersburg, NCC Ost

++10.01.2016++ Gute Ideen für mehr Bio

Ziel des Strategieprozesses ist es, für die acht festgelegten Handlungsfelder konkrete Handlungsanleitung in Form von Umsetzungskonzepten auszuarbeiten. Hierzu haben die verschiedenen Arbeitsgruppen im Rahmen des Strategieprozesses zunächst den spezifischen Handlungsbedarf konkretisiert und eine Liste mit bereits bestehenden und möglichen neuen Maßnahmen erstellt. Bisher wurden 25 Vorschläge als prioritär eingestuft, zu denen in den kommenden Monaten Maßnahmenkonzepte erarbeitet werden sollen. Diese reichen von A wie „Abwägungsklausel in der Bundesimmissionsschutzverordnung beibehalten“ bis Z wie „Zulassung wertvoller Proteinträger vorantreiben“. „Die Zukunftsstrategie nimmt langsam Form an“, so Jürn Sanders, der die Zukunftsstrategie koordiniert. „Der wichtigste Teil unserer Arbeit liegt allerdings noch vor uns, bis wir im Sommer die Konzeptentwürfe vorstellen können.“

++03.12.2015++ Forschungsstrategie veröffentlicht

Die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) hat den Entwurf ihre Forschungsstrategie „Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ veröffentlicht. Darin schlägt die Allianz eine Fokussierung auf die vier Forschungsfelder „Leistungsfähigkeit systemar verbessern“, „Brücke zur Grundlagenforschung schlagen“, „Vertrauen schaffen durch Transparenz“, „Partnerschaft mit Verbrauchern vorantreiben“ sowie auf die Querschnittsaufgabe „Innovationskultur weiterentwickeln“ vor. Die Strategie soll eine zentrale Grundlage des Handlungsfeldes 3 (Forschung, Entwicklung, Wissenstransfer) der Zukunftsstrategie sein, die es im nächsten Jahr zu konkretisieren gilt. Bis Weihnachten kann der von einer Impulsgruppe erarbeitete Strategieentwurf der DAFA noch kommentiert werden.

++01.12.2015++ Zukunftsstrategie auf der Biofach

Jedes Jahr versammelt sich im Februar die internationale Bio-Bewegung auf der BIOFACH; das nächste Mal vom 10. bis zum 13. Februar 2016. Die Veranstalter der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel erwarten wieder rund 45.000 Fachbesucher. Im Rahmen des internationalen Messe-Kongresses veranstaltet das Thünen-Institut in Abstimmung mit dem BMEL am Donnerstag, 11. Februar, von 16 bis 17.30 Uhr eine Diskussionsveranstaltung zur Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau. Ziel der Veranstaltung ist es, die Besucher über den aktuellen Stand des Strategieprozesses zu informieren und erste Arbeitsergebnisse zur Diskussion zu stellen.

++15.11.2015++ Gefragte Öko-Jungsauen

Angesichts des begrenzten Umfangs der ökologischen Schweineproduktion in Deutschland müssen Schweinehalter bei der Bestandsremontierung auf Jungsauen aus konventioneller Herkunft zurückgreifen. „Wenn es heute rechtlich nicht möglich wäre, bis zu 20 % der Tiere von konventionellen Betrieben zuzukaufen, wäre eine ökologische Ferkelproduktion in einigen Regionen schlicht nicht möglich“, erläutert Friedrich Weißmann vom Thünen-Institut für Ökologischen Landbau. Um die Versorgung mit ökologischen Jungsauen zu verbessern, hat Weißmann zusammen mit Züchtern, Beratern und anderen Fachleuten im Rahmen der Zukunftsstrategie über Maßnahmen diskutiert, wie das Angebot an Jungsauen aus ökologischer Herkunft verbessert und der Öko-Schweinesektor weiter vorangetrieben werden kann. Bessere Marktdaten und eine engere Vernetzung der Akteure könnten beispielsweise dazu beitragen, die Entwicklungspotenziale der Öko-Schweineproduktion in Deutschland besser zu nutzen.

++05.11.2015++ Koreanische Delegation informiert sich über Zukunftsstrategie

Das Koreanische Forschungsinstitut für ländliche Wirtschaft (KREI) erarbeitet zurzeit einen politischen Masterplan für die Förderung des ökologischen Landbaus in Süd-Korea. Im Rahmen eines Besuchs in Deutschland informierten sich Wissenschaftler vom KREI sowie Vertreter des süd-koreanischen Landwirtschaftsministeriums und der süd-koreanischen Bio-Branche im Thünen-Institut über die bisherige Förderung des ökologischen Landbaus in Deutschland und den Strategieprozess zur Erarbeitung der nationalen Zukunftsstrategie.

++21.10.2015++ Umweltpolitik ist Zukunftspolitik

Das Bundeskabinett hat den Umweltbericht 2015 beschlossen. Der Bericht belegt für die vergangenen Jahre eine erfolgreiche Bilanz der Umweltpolitik in Deutschland. Gleichzeitig geht aus der Beschreibung der aktuellen Situation hervor, welche umweltpolitischen Herausforderungen sich Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft weiterhin stellen müssen. Der Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau wird im Bericht insbesondere bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt eine wichtige Rolle zugeschrieben, da der ökologische Landbau viel dazu beiträgt, um die biologische Vielfalt zu erhalten und regionaltypische Kulturlandschaften zu fördern.           

++08.10.2015++ Experten diskutieren über neue Bio-Kennzeichnungskonzepte

Für verschiedene Produktkategorien hinkt das einheimische Angebot der heimischen Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln hinterher. Folglich besteht für den deutschen Handel die Notwendigkeit, ökologische Rohstoffe teilweise in erheblichem Umfang aus dem Ausland zu importieren. Über die Frage, mit welchen Maßnahmen auf nationaler Ebene die Vermarktung heimischer Bio-Rohstoffe gestärkt werden kann, diskutierten die Expertinnen und Experten im Rahmen einer Arbeitsgruppensitzung der Zukunftsstrategie. „Wenn das vordringliche Problem nicht darin besteht, dass es in Deutschland zu wenig Biokäufer gibt, sondern dass diese zu wenig heimische Bio-Produkte kaufen, sollten die Vorteile von heimischen Bioprodukten stärker herausstellt werden“, schlägt Katrin Zander von Thünen-Institut für Marktanalyse vor, die die Arbeitsgruppe „Vermarktung“ leitet. Da anhand des EU-Bio-Logos die Herkunft der Ware nicht eindeutig zu erkennen ist, bietet sich beispielsweise eine zusätzliche Kennzeichnung an, die es Verbrauchern erlaubt, die (deutsche) Herkunft der Rohstoffe leichter zu erkennen. Welches Potenzial eine entsprechende Kennzeichnung hat, ist in den nächsten Wochen Gegenstand weiterer Analysen und Diskussionen.

++05.10.2015++ Braucht Deutschland eine Pflanzenschutzmittelabgabe?

In einem vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten empfiehlt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (Leipzig), den Beispielen in Dänemark, Frankreich und Schweden zu folgen und auch in Deutschland eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel zu erheben. Das UFZ-Konzept sieht einen Grundabgabesatz in Höhe von 20 Euro für die maximal zulässige Aufwandmenge je Pflanzenschutzmittel pro Hektar und Jahr vor. Hinzu kommen spezifische Risikozuschläge, etwa für Gesundheitsgefahren oder für Haus- und Kleingartenmittel.

Während Vertreter der Ökobranche die Einführung einer solchen Abgabe begrüßen, kritisiert der DBV die fehlende Lenkungswirkung des vorgeschlagenen Konzeptes. „Da eine solche Abgabe die relative Vorzüglichkeit des ökologischen Ackerbaus beeinflussen kann, werden wir uns im Rahmen der Zukunftsstrategie mit den Ergebnissen der UFZ-Studie beschäftigen“, so Jürn Sanders vom Thünen-Institut. Im Vordergrund steht dabei die Frage, welche konkreten ökonomischen Folgen sich für den ökologischen Landbau ergeben würden und wie die Kosteneffektivität einer solchen Maßnahme zu beurteilen ist.

++05.10.2015++ Öko-Inhalte in die berufliche Bildung integrieren

Eine Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung kann für Landwirtinnen und Landwirte nur dann eine Option sein, wenn sie sich unvoreingenommen mit dem Thema beschäftigen. Obwohl heute umfangreiche Informationen über den Ökolandbau verfügbar sind, zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass insbesondere unter den Junglandwirten Vorurteile gegenüber der ökologischen Wirtschaftsweise bestehen.

„Um diese abzubauen und eine fundierte Bewertung der Option „Ökolandbau“ zu ermöglichen, empfiehlt es sich, den ökologischen Landbau stärker in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu verankern“, erläutert Karl Kempkens von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, der im Rahmen der Zukunftsstrategie die Arbeitsgruppe „Berufliche Bildung“ leitet. In einer ersten Arbeitsgruppensitzung wurden hierzu verschiedene Vorschläge erarbeitet, die auf den Ergebnissen einer
Fachtagung in Fulda aufbauen. Um Lerninhalte über den ökologischen Landbau in die berufliche Bildung stärker zu integrieren, bietet es sich an, die handelnden Akteure enger miteinander zu vernetzen. Im Vordergrund sollten dabei ein gemeinsames Lernen und ein Austausch über erfolgreiche Unterrichtsmodule, Lehrpläne oder Prüfungsfragen stehen.

++01.10.2015++ Öko-Beratung im Blickpunkt

Gibt es auf nationaler Ebene einen politischen Handlungsbedarf im Bereich der Öko-Beratung, der im Rahmen der Zukunftsstrategie adressiert werden sollte? Mit dieser Frage hat sich auf seiner letzten Sitzung der SÖL-Beraterbeirat beschäftigt, ein Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Öko-Beratungseinrichtungen. Die Diskussion verdeutlichte, dass ein nationaler Handlungsbedarf insbesondere in der Weiterentwicklung von Beratungswerkzeugen, der Aus- und Weiterbildung der Öko-Berater und Beraterinnen sowie in einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Finanzierung der Öko-Beratung gesehen werden. Die Ergebnisse des Treffens, an dem neben Öko-Beratern auch Vertreter der BLE und der Länder teilgenommen haben, sind ein wichtiger Baustein für die Erarbeitung der Handlungskonzepte.

++30.09.2015++ Österreich aktualisiert Bio-Aktionsplan

Fast 21.000 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich wirtschaften biologisch. Mit 526.000 Hektar beträgt der Bio-Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche rund 20 Prozent. Damit liegt Österreich europaweit an der Spitze. Um diese Spitzenposition zu festigen, hat das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) das Bio-Aktionsprogramm 2015-2020 erarbeitet.

Der fünfte Bio-Aktionsplan steht für „mehr Bio" in den Bereichen Produktion, Absatz und Vermarktung, Bildung und Forschung. Ein zentrales Element für die Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft ist das Förderprogramm Ländliche Entwicklung. Über das Agrarumweltprogramm ÖPUL gehen pro Jahr 150 Millionen Euro an Biobetriebe, das sind 37 Prozent der gesamten ÖPUL-Unterstützungen. Bei Förderungen für Investitionen, Verarbeitung und Vermarktung, Bildung, Information und Absatz gibt es einen Biobonus.

Weitere Schwerpunkte des Programms sind Bildung und Forschung. An den höheren Land- und forstwirtschaftlichen Schulen soll der Unterrichtsgegenstand "Biologische Landwirtschaft" eingeführt werden. Für die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik ist das Thema als verpflichtendes Lehrfach vorgesehen. Ferner ist eine Ausweitung der Forschungsarbeit an den Forschungsstellen des BMLFUW, etwa am Bio-Institut der HBLA Raumberg-Gumpenstein, vorgesehen.

++16.09.2015++ Lösungen zur Schließung der Angebotslücke

Engagiert, konstruktiv und fachlich fundiert haben in Braunschweig rund 30 Experten aus der ökologischen Lebensmittelwirtschaft und Vertreter des Bundes über Möglichkeiten diskutiert, wie das Angebot von Saatgut, Junggeflügel und Eiweißfuttermitteln aus ökologischer Herkunft verbessert werden kann. „Die derzeitigen EU-Rechtsvorschriften ermöglichen unter bestimmten Bedingungen den Einsatz nicht-biologisch erzeugter Vorleistungen, wie beispielsweise konventionelle Eiweißfuttermittel. Da diese Ausnahmeregelung ab 2017 ausläuft, sind flankierende Maßnahmen gefragt“, so Karen Aulrich vom Thünen-Institut, die zusammen mit Stephanie Witten die Arbeitsgruppe „Eiweißfuttermittel“ im Rahmen der Zukunftsstrategie leitet. Die Ergebnisse des Treffens werden in den nächsten Wochen weiter verdichtet. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2016 konkrete Handlungskonzepte auszuarbeiten.  

++06.08.2015++ Zukunftsstrategie ist offizieller Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie

Eine nachhaltige Entwicklung des Landes ist ein zentrales Ziel der Bundesregierung. Die dafür notwendigen Weichenstellungen werden in der
nationalen Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“ beschrieben. Sie ist seit 2002 Grundlage für politische Reformen in Deutschland und wird fortlaufend weiterentwickelt. Die Bundesregierung hat nun die Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau als Beitrag zur Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie anerkannt. Mit ausdrücklicher Billigung des Bundeskanzleramtes wird deshalb das neue Logo der Zukunftsstrategie zusammen mit dem Logo der Nachhaltigkeitsstrategie verwendet. 

++15.07.2015++ Begleitforschungsprojekt gestartet

Wie hoch sind die Öko-Förderprämien in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern? Mit welchen unterschiedlichen Strategien wird der Ökolandbau in den Bundesländern unterstützt? Und wie bewertet die Praxis die bisherige Förderpolitik? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen eines Begleitforschungsprojektes untersucht, das Anfang Juli begonnen hat. Das Vorhaben wird durch das
Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft gefördert. Erste Ergebnisse sollen bis zur Biofach 2016 vorliegen.

++10.06.2015++ Logo der Zukunftsstrategie vorgestellt

Um die Sichtbarkeit und Eigenständigkeit der Zukunftsstrategie zu erhöhen, hat das BMEL für den Strategieprozess ein eigenes Logo entworfen. „Ein Logo alleine wird sicherlich nicht zu mehr Ökolandbau führen. Aber es unterstreicht in meinen Augen die Ambitionen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, mit der Zukunftsstrategie die Wachstumsperspektiven der Öko-Branche in Deutschland deutlich zu verbessern“, so Dr. Jürn Sanders vom Thünen-Institut, der die Zukunftsstrategie im Auftrag des BMEL koordiniert.

++19.05.2015++ Startschuss für mehr Wachstum

Im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung in Berlin hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 19. Mai 2015 den offiziellen Startschuss für die Entwicklung der „Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau” gegeben. „Die Öko-Landwirtschaft leistet schon heute einen entscheidenden Beitrag zu unserer Ernährung! Ihr Potenzial will ich voll auszuschöpfen!”, unterstrich Schmidt. „Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es gemeinsamer Anstrengung und einer durchdachten Strategie.”  

Zusammen mit Vertretern der ökologischen Lebensmittelwirtschaft und unter Einbeziehung der Länder, der relevanten Verbände und der Wissenschaft will das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in diesem Strategieprozess Konzepte und Empfehlungen für zentrale Handlungsfelder ausarbeiten und bis Ende 2016 eine entsprechende Zukunftsstrategie vorlegen. Mit der Steuerung des Strategieprozesses hat das BMEL das Braunschweiger Thünen-Institut beauftragt.