Die Zukunftsstrategie kurz erklärt

Hintergrund

Mit der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau zeigt das BMEL auf, welchen konkreten Beitrag der Bund in den nächsten Jahren leisten wird, um die Rahmenbedingungen für eine weitere Ausdehnung des ökologischen Landbaus auf 20 % zu verbessern. Im Mittelpunkt der Strategie stehen fünf Handlungsfelder, die als nationale Schlüsselbereiche für ein stärkeres Wachstum identifiziert wurden und zentrale Herausforderungen der Öko-Branche adressieren:

Rechtsrahmen zukunftsfähig und kohärent gestalten

Die Grundsätze und speziellen Vorschriften der ökologischen Produktion sind in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau festgelegt, die neben den allgemein geltenden Rechtsbestimmungen bei Produktionsentscheidungen zu berücksichtigen sind. Um eine deutliche Zunahme der Umstellungsbetriebe zu ermöglichen, gilt es, einen zukunftsfähigen und kohärenten Rechtsrahmen festzusetzen und dadurch rechtliche Wachstumsbarrieren zu beseitigen bzw. zu verhindern. Neben den spezifischen Rechtsregelungen für den ökologischen Landbau ist auch der Gestaltung horizontaler Rechtsvorschriften große Bedeutung beizumessen.

Zugänge zur ökologischen Landwirtschaft erleichtern

Der Einstieg in den ökologischen Landbau wird nach wie vor durch unzureichendes Wissen erschwert. Um Landwirten eine nüchterne Abwägung von Chancen und Risiken zu ermöglichen, sie auf dem häufig komplizierten Weg der Umstellung fachlich zu begleiten und ihnen die besonderen Kenntnisse des ökologischen Landbaus zu vermitteln, gilt es, die Zugänge zum ökologischen Landbau zu erleichtern. Eine stärkere Integration von Lerninhalten mit Bezug zum ökologischen Landbau in die berufliche Bildung sowie ein Ausbau der Beratungsangebote sind deshalb anzustreben. Der Bund wird dies durch flankierende Maßnahmen unterstützen.

Leistungsfähigkeit ökologischer Agrarsysteme verbessern

Die Leistungsfähigkeit des ökologischen Landbaus hat einen erheblichen Einfluss auf seine relative Wettbewerbsfähigkeit und damit auch auf seine ökonomische Attraktivität. Ziel muss es sein, neben einer Steigerung der Leistungsfähigkeit zugleich auch seine relative ökologische Vorzüglichkeit zu verbessern. Wenn das gelingt, stellt der Ökolandbau einen zentralen Baustein zur Lösung übergeordneter Herausforderungen unserer Zeit dar. Um dies zu ermöglichen, gilt es, ökologische Produktionssysteme durch eine Ausweitung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu optimieren. Damit die neuen Erkenntnisse möglichst schnell in der Praxis angewendet werden, ist einem effizienten Wissenstransfer eine große Bedeutung beizumessen. Zudem muss die Vernetzung von ökologischem und konventionellem Landbau verbessert werden.

Nachfragepotenziale voll ausnutzen und weiter ausbauen

Eine deutliche Steigerung der ökologischen Produktion wird nur dann selbsttragend und nachhaltig sein, wenn auch die Nachfrage deutlich zunimmt. Es ist deshalb für die weitere Entwicklung des ökologischen Landbaus entscheidend, dass die Branche das Nachfragepotenzial nach Bioprodukten voll ausnutzt und weiter ausbauen kann. Durch flankierende Maßnahmen kann der Bund diesen Prozess unterstützen.

Umweltleistungen angemessen honorieren

Ökologisch wirtschaftende Betriebe erbringen zahlreiche positive Umweltleistungen, denen ein erheblicher ökonomischer Wert zugeschrieben werden kann. Um diese Leistungen angemessen honorieren zu können, sind die bestehenden Fördersysteme zu prüfen und ggf. zu ergänzen.

Mit der Koordinierung und Durchführung des Strategieprozesses hat das BMEL das Thünen-Institut beauftragt. Dies umfasst insbesondere die Steuerung der verschiedenen Arbeitsschritte, die Moderation der Diskussionsprozesse sowie die Zusammenführung der Beratungsergebnisse zu Empfehlungen und deren Abstimmung mit den beteiligten Akteuren. Die Erarbeitung der Maßnahmenkonzepte erfolgte gemeinsam mit Vertretern der Praxis, Verwaltung, Beratung und Wissenschaft.

Akteure und Ablauf des bisherigen Strategieprozesses

Um mögliche Gestaltungsoptionen für ein stärkeres Wachstum zu eruieren, wurden am Anfang des Strategieprozesses verschiedene thematische Arbeitsgruppen eingerichtet. Jede Arbeitsgruppe hat zunächst den jeweiligen Status quo bewertet, den spezifischen Handlungsbedarf konkretisiert und Teilziele benannt. Anschließend wurde für jedes Handlungsfeld eine Liste mit bereits bestehenden und möglichen neuen Maßnahmen erstellt. Für besonders relevante oder vertiefungswürdige Maßnahmen wurden anschließend detaillierte Konzepte ausgearbeitet.

Die einzelnen Arbeitsschritte erfolgten in enger Abstimmung mit einem Begleitkreis, der sich aus Vertretern von Verbänden und der Wissenschaft zusammensetzt. Darüber hinaus fanden während des Strategieprozesses zwei Tagungen statt, an denen Zwischenergebnisse präsentiert und zur Diskussion gestellt wurden. Insgesamt haben sich rund 200 Personen aktiv an der Erarbeitung der Zukunftsstrategie beteiligt.

Umsetzung

Die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmenkonzepte erfordert sehr unterschiedliche zeitliche Perioden und operative Schritte. Bei der Entwicklung der Zukunftsstrategie haben die verschiedenen Arbeitsgruppen hierzu Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Einige Maßnahmen wurden bereits in den vergangenen Monaten umgesetzt oder stehen schon heute im Fokus der politischen Beratungen. So begleitet das BMEL bereits seit Ende 2013 sehr intensiv den Prozess zur Revision der EG-Öko-Verordnung. Auch spezielle Vorhaben zur Stärkung der Beratung und der Ausbildung wurden gleich in der Startphase des Prozesses zur Entwicklung der Zukunftsstrategie in Angriff genommen. Dies gilt auch für Forschungsprojekte, die Lösungen für besonders relevante Schwachstellen, beispielsweise in der Tier- oder Pflanzenzucht, erarbeiten sollen.

Für die bisher noch nicht in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen werden zeitnah im BMEL und seinen nachgeordneten Behörden sowie Ressorteinrichtungen die dafür erforderlichen Schritte in die Wege geleitet.

Service zum Download

Zukunftsstrategie ökologischer Landbau auf den Seiten des BMEL