Aktuelle Trends der deutschen Ökobranche

Dossier

Obst im Bio-Supermarkt.

Im letzten Jahrzehnt boomte der deutsche Ökosektor: Über eine Million Hektar werden ökologisch bewirtschaftet, fast jeder zehnte Bauer in Deutschland ist ein Ökolandwirt, der Jahresumsatz mit Bioprodukten ist bei 9,48 Milliarden Euro angelangt. Geht das so weiter?


Der ökologische Landbau hat sich in den zurückliegenden Jahren in Deutschland kontinuierlich ausgedehnt. In den letzten zehn Jahren kamen jedes Jahr durchschnittlich etwa 35.000 Hektar hinzu. Mittlerweile werden über eine Million Hektar bzw. rund 7 % der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. In vergleichbarer Weise ist auch die Nachfrage nach ökologischen Erzeugnissen gewachsen. Mehr als 9 Milliarden Euro beträgt derzeit das jährliche Marktvolumen für Ökoprodukte in Deutschland.

Vom politischen Ziel eines Bio-Flächenanteils von 20 % ist das Land allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Welches Wachstumspotenzial steckt angesichts der bisherigen Entwicklung noch im ökologischen Landbau? Welche Stellschrauben müssten neu justiert werden, um ein (stärkeres) Wachstum zu möglichen? Und wie wirken sich aktuelle Trends auf den Ökolandbau aus? Um diese Fragen zu beantworten, werten wir regelmäßig verfügbare statistische Daten aus. Darüber hinaus untersuchen wir spezifische Aspekte der bisherigen Branchenentwicklung, wie beispielsweise den Umfang und die Gründe der Rückumstellung auf eine konventionelle Bewirtschaftung oder agrarstrukturelle Betriebsveränderungen im ökologischen Landbau.

Unsere Analysen zeigen: Die Entwicklung wird in einem erheblichen Maß von der politischen Förderung des ökologischen Landbaus und der Nachfrage nach Bioprodukten beeinflusst. Andere Faktoren, wie die Preisentwicklung für konventionelle Erzeugnisse oder die Förderpolitik für erneuerbare Energieträger, spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Eine weitere substantielle Ausdehnung des ökologischen Landbaus, das verdeutlichen die Erfahrungen aus anderen EU-Ländern, wird in Deutschland ohne eine kohärente Agrarpolitik nur schwer zu erreichen sein.