Geeignete Politikmaßnahmen finden

Blick nach vorn

Die Politik hat verschiedene Möglichkeiten, auf eine Verbesserung der Tiergerechtheit in der Nutztierhaltung hinzuwirken. Sie kann

  • geeignete rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, indem
    a) bislang noch „offene“ Bereiche und nicht hinreichend präzisierte Begriffe reguliert werden,
    b) Kontrollen in ausreichendem Umfang stattfinden,
    c) geeignete Sanktionen durchgesetzt werden;
  • tiergerechte Haltungsverfahren fördern;
  • Informationen über eine tiergerechte Nutzierhaltung bereitstellen und Produktkennzeichnungen für tiergerecht erzeugte Fleischprodukte etablieren; 
  • Ausbildung und Lehre verbessern (zum Beispiel mit der Etablierung des Themas Tiergerechtheit in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung).

Ob und inwiefern die Maßnahmen greifen, hängt davon ab, wie sie ausgestaltet und umgesetzt werden, aber auch von den ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen. So können Gesetze wirkungslos bleiben, wenn Verstöße nur sehr selten oder nur mit schwachen Sanktionen geahndet werden. Fördermaßnahmen induzieren keine Veränderungen, wenn Landwirte sie nicht in Anspruch nehmen, weil die Anreize nicht ausreichen oder wenn sie nur die Betriebe nutzen, die ohnehin schon tiergerechte Verfahren einsetzen.

Das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft evaluiert, wie bestehende Politiken wirken und erarbeitet Vorschläge, solche Maßnahmen weiterzuentwickeln. Dies erfolgt in einem engen wissenschaftlichen Austausch mit verschiedenen Instituten, unter anderem  mit dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau und dem Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Löffler-Instituts

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