Experimentelle Klimawirkungsforschung

Dossier

Der Klimawandel wird die Land- und Forstwirtschaft auf vielfältige Weise berühren. Sommertrockenheit, höhere Temperaturen, extreme Wetterereignisse, eine erhöhte CO2-Konzentration in der Luft – all diese Faktoren wirken sich auf das Wachstum und die Ertragssituation der Pflanzen aus. Gleichzeitig beeinflussen Landbewirtschaftung, Tierhaltung und Forstwirtschaft das Klima. In teils sehr aufwendigen Experimenten untersuchen wir die Zusammenhänge in diesem Beziehungsgeflecht.

In Freiland-CO2-Anreicherungsexperimenten (FACE) am Thünen-Institut haben wir bereits ermittelt, wie sich der CO2-Anstieg in Kombination mit Dürre auf verschiedene Kulturpflanzen auswirkt. Diese Resultate werden für Ertragsprognosen verwendet und fließen in agrarökonomische Modellanalysen ein. Im Pflanzenbau wollen wir die Auswirkungen von Hitzewellen erforschen und die Züchtung wichtiger Kulturarten durch Auswahl geeigneter Genotypen unterstützen. Dies erlaubt, die Erträge klimastabil weiter zu steigern und zum Beispiel die Backweizenqualität trotz erhöhter atmosphärischer CO2-Konzentration zu erhalten.

Noch stärker als in der Landwirtschaft steht im Forstbereich langfristiges Denken im Vordergrund.  Wenn der Wald in 100 Jahren noch stabil sein soll, müssen wir heute die richtigen waldbaulichen Entscheidungen treffen. In Experimenten überprüfen wir, welche Baumherkünfte sich besonders gut für die Klimaverhältnisse der Zukunft eignen. Damit schaffen wir Grundlagen für eine langfristig ausgerichtete Forstwirtschaft.

Die Beziehungen zwischen Klima und Pflanzen sind komplex. Daher sind wir manchmal darauf angewiesen, die belastbaren Experimentaldaten durch Expertenschätzungen zu ergänzen.