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Seefischerei

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UFOs in der Nordsee oder "Nr. 5 lebt" ...

Projekt

"Nr. 5 lebt": Opto-akustische Einheit des UFO (c) Thünen-Institut/Joachim Gröger
Die Opto-akustische Einheit des UFO weist Ähnlichkeiten mit dem Filmroboter "Nr. 5" auf. (© Thünen-Institut/Joachim Gröger)

Entwicklung eines nicht-invasiven, akustisch-optischen Unterwasser-Fisch-Observatoriums (UFO)

Klimawandel, Fischerei sowie etliche weitere Faktoren beeinflussen die Meeresökosysteme in vielfältiger Weise. Um deren Dynamik besser zu erfassen, entwickeln wir am Thünen-Institut für Seefischerei ein technisch neuartiges Unterwasser-Fisch-Observatorium.

Hintergrund und Zielsetzung

Wir streben an, Fische und ihre natürliche Umgebung auf automatisierte Weise synoptisch, hochauflösend, kontinuierlich und nicht-invasiv zu erfassen. Die Datenerfassung ist selbst dort möglich, wo Forschungsschiffe nicht hinkommen bzw. hindürfen (Windparks, Schutzgebiete, Marikulturen, Stellnetzgebiete, usw.).

Mit den so gewonnenen Daten lässt sich die Dynamik und der Zustand der erfassten Fischpopulationen analysieren, die Größe der Bestände berechnen und die Fischerei managen. Im zunächst stationären UFO-Monitoring-System führen wir modernste optische und akustische Sensortechniken zusammen. Der synchronisierte Mechanismus funktioniert ereignisbasiert: Ein hochempfindliches Sonarsystem sendet akustische Ping-Signale aus, die vorbeischwimmende Objekte wie Schiffe, Wale, Seehunde oder Fische erfassen. Handelt es sich um Fische, erstellt das Sonar spezielle akustische Aufnahmen (Echogramme), die wir mit synchron erzeugten Fotosequenzen extrem lichtempfindlicher Stereo-Unterwasserkameras verschneiden. Gleichzeitig werden automatisch die Art, Größe und Entfernung der Fische bestimmt, aus denen sich weitere Größen, wie zum Beispiel das Volumen, Gewicht oder Alter ableiten lassen. Weitere Sensoren zur Messung von Umweltparametern werden ebenfalls angeschaltet. Auf diese Weise erzeugen wir komplexe Datensätze für die quantitative Erfassung und Modellierung von Fischpopulationen, so dass arbeitsaufwendige, kostenintensive und die Bestände beeinflussende Stichprobenfänge reduziert werden können.

Für Gebiete, in denen statische UFOs nicht eingesetzt werden können, soll später eine mobile Variante entwickelt werden, die mit den statischen Varianten "vernetzt" sein wird, sich also mit diesen quasi "unterhalten" kann. Beide Systeme lassen sich in ein Entscheidungssystem einbinden, ein sogenanntes "Decision Support System", das Entscheidungen erleichtern und auf diese Weise das Management von Beständen unterstützen soll.

Opto-akustische Einheit des UFO
Die Opto-akustische Einheit des UFO weist Ähnlichkeiten mit dem Filmroboter "Nr. 5" auf. (© Thünen-Institut/Joachim Gröger)
UFO während des Aussetzens in der Kieler Förde
Das Unterwasser-Fisch-Observatorium (UFO) während des Aussetzens bei einem Test in der Schwentine-Mündung der Kieler Förde. (© Thünen-Institut/Sven Hammann)

Zielgruppe

Wissenschaft, Politik

Ergebnisse

Wir erwarten hochaufgelöste, kontinuierliche und synchrone Zeitserien über verschiedene Eigenschaften, Verhaltensweisen und statistische Größen der vom UFO erfassten Fischbestände und ihrer Umgebung, die uns eine objektive und fundierte Einschätzung des Bestands- und Umweltzustandes ermöglichen. Darüber hinaus lassen sich konkrete Aussagen über die Beeinflussung durch z.B. den Klimawandel, Fischereiaktivitäten und weitere anthropogene Faktoren wie beispielsweise Windparks oder die Einrichtung von Schutzgebieten treffen. Sofern etliche solcher UFOs in Schlüsselgebieten aufgestellt sind, erlaubt uns dies großflächige Aussagen über die o.g. Sachverhalte. Auf diese Weise gelangen wir zu sichereren Analyseergebnissen, die anstehende Entscheidungsprozesse erleichtern und ein nachhaltiges Management fördern. Aufgrund seiner Konzeption läßt sich das UFO sowie die mit seiner Hilfe gewonnen Informationen als Teil eines umfassenderen "Decision Support Systems" auffassen.

Links und Downloads

RTL: http://rtlnord.de/nachrichten/ufo.html

RTL: Faszinierende Bilder aus der Unterwasserwelt

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

7.2013 - 6.2015

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 313-06.01-28-1-28-1-91.007-12
Förderprogramm: Innovationsförderung
Projektstatus: abgeschlossen

Dateien zum Projekt

  • Flyer zum UFODieser Flyer bietet eine kurze Zusammenfassung über das Unterwasser-Fisch-Observatorium.
  • Präsentation UFODie Präsentation des UFOs gibt eine Zusammenfassung und Vorstellung des Projektes mit Stand Oktober 2014 wieder.
  • Pressemitteilung UFODie Pressemitteilung des Thünen-Instituts vom 20.02.2014 zum UFO-Projekt. Dieses Unterwasser-Fisch-Observatorium ist ein nicht invasives, automatisches Monitoringsystem zur Überwachung von Fischbeständen.