Institut für

Ostseefischerei

Markierte Dorsche

Seit Oktober 2014 markiert das Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei (TI-OF) regelmäßig lebende Jungdorsche (ca. 15-35 cm Länge) und entläßt sie wieder in ihr Element. Markierte Dorsche werden derzeit vor allem in zwei Regionen freigelassen: 1) Fehmarn, und 2) Nordostküste von Rügen. Dann hoffen wir darauf, dass Fischer und Angler diese markierten Dorsche wiederfangen und an unser Institut übergeben. Auf diese Weise wollen wir herausfinden, wie alt Dorsche bei einer gegebenen Länge sind, wie schnell sie wachsen, und wie sie sich verteilen.

Einfache Markierungsexperimente an Dorschen wurden zwar schon durchgeführt, liegen aber schon Jahrzehnte zurück. Der Zusammenhang von Wanderungen, exaktem Alter und Wachstum wurde bei Dorschen bisher noch nie untersucht. Und die Wissenschaftler von damals hatten leider auch nicht die analytischen Möglichkeiten, über die wir heutzutage verfügen

Äußerlich und innerlich markiert

Äußerlich sind die Dorsche mit einer dünnen, farbigen Kunststoffmarke gekennzeichnet, die mit unserem Institutskürzel und einer individuellen Nummer beschriftet sind. Die Marke ist unterhalb der ersten Rückenflosse im Fisch verankert. Innerlich wurden die Dorsche mit einem Farbstoff markiert, der sich in den Gehörsteinen (Otolithen), die im Innenohr der Dorsche liegen, ablagert. So ist der erste Tag des Fanges im Gehörstein markiert.

Was tun mit einem wiedergefangenen Dorsch?

Wenn Sie als Fischer oder Angler einen markierten Dorsch fangen und den GANZEN Fisch unserem Institut übergeben, können wir die zwischen Markierung und Wiederfang angelegten Ringstrukturen im Gehörstein mikroskopisch analysieren und das genaue Alter und Wachstum bestimmen. Wenn Sie uns außerdem den genauen Fangort mitteilen (z.B. GPS-Daten), können wir auch feststellen, ob und wie weit die Fische wandern. Das Experiment zur Altersvalidierung funktioniert nur, wenn Fischer und Angler uns möglichst viele und GANZE Fische liefern, aus denen wir dann die Gehörsteine entnehmen können.

Warum ganze Dorsche?

Weil wir so neben den Gehörsteinen im Kopf des Dorsches wichtige Zusatzinformationen erheben können, z.B. zu Länge, Gewicht, Geschlecht, Reifegrad der Gonaden, Mageninhalt und Parasitierungsgrad des Tieres. Außerdem wollen wir die Gehörsteine gerne selbst entnehmen, damit sie nicht beschädigt werden. Wenn der GANZE Dorsch verfügbar ist, prüfen wir, wie wir die Übergabe des Fisches an das TI-OF am einfachsten für Sie organisieren können (z.B. Abholung durch uns).

Einige Tiere wurden doppelt markiert. Falls Sie uns den GANZEN Dorsch liefern, benötigen wir zusätzlich Ihre Bankverbindung, um die Belohnung von derzeit 20 Euro auszahlen zu können. Für einen Dorsch mit zwei Marken zahlen wir eine Prämie von 100 Euro.

Zur Information:
Bitte beachten Sie die Informationen auf der Marke. Das Institut für Fisch & Umwelt GmbH & Co. KG (FIUM; früher Verein für Fisch & Umwelt e.V., Fischerweg 408, D-18069 Rostock) markiert bereits seit 2007 Dorsche, hauptsächlich in der Nähe des künstlichen Riffes vor Nienhagen bei Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern); für Wiederfänge zahlt das FIUM 5 Euro pro Marke (http://www.riff-nienhagen.de/newsmeldung00150.shtml).

Falls nur noch die Marke verfügbar ist, freuen wir uns natürlich auch über jede Wiederfangmeldung. Dann würden uns neben Fangdatum, Fangort und Fanggerät weitere Informationen weiterhelfen, wie Länge, Gewicht, Geschlecht, Magenfüllung und Mageninhalt.  

Dürfen untermaßige, markierte Dorsche angelandet werden?

Für die kommerziellen Fischereien gilt seit 01.01.2015 für Dorsch aus der Ostsee das Anlandegebot der EU, so dass auch untermaßige Dorsche (<35 cm) angelandet werden müssen.

Für die Angler in schleswig-holsteinischen Ostseegewässern gilt, dass für „die Anlandung bzw. Aneignung von untermaßigen im Rahmen dieses Forschungsvorhabens markierten Dorschen durch Angler und anschließende Beförderung zum Thünen-Institut keine zusätzliche Ausnahmeregelung erforderlich“ ist (§ 22 Abs. 1 KüFO SH).

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Fischereiaufsicht angehalten, „in den Fällen der Feststellung eines untermaßigen Dorsches mit einer Markierung kein Ermittlungsverfahren einzuleiten“. Gleiches ist der dortigen Wasserschutzpolizeidirektion empfohlen worden.

In beiden Bundesländern können somit untermaßige, markierte Dorsche für den Zweck dieses wissenschaftlichen Experiments von Anglern angelandet werden.

Eine Belohnung kann NUR gezahlt werden, wenn wir GANZE Dorsche und die kompletten Informationen zum Fang erhalten haben.

Zum Herunterladen und Verteilen

  • A3-PosterPoster zum Aufhängen (A3-Format)
  • A4-Flyer Hier finden Sie alle Hintergrundinfomartionen zum Mitnehmen
  • FormularWenn Sie einen markierten Dorsch gefangen haben füllen Sie bitte dieses Formular aus. (PDF)

Kontakt

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Uwe Krumme, Thünen-Institut für Ostseefischerei, Telefon 0049-381-81161-48, E-Mail uwe.krumme@  thuenen.de