Rechtliche Hintergründe


Ein holztransportierender LKW im tropischen Wald beim Überfahren einer Holzbrücke.

Im Zuge globalisierter Märkte und steigender Nachfrage werden viele Wälder, vor allem in den Tropen, übernutzt. Die ungeregelte Abholzung führt zu großflächigen Waldverlusten (ca. 13 Mio. ha pro Jahr). Als Folge geht die biologische Vielfalt zurück, viele Baumarten sind in ihrem Bestand gefährdet und neue, noch wenig bekannte Hölzer (sog. lesser known species) kommen als „Austauschhölzer“ auf den Markt – teilweise mit Eigenschaften beworben, die sie nicht haben.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) listet bedrohte Baumarten auf und beschränkt ihren Handel. CITES listet derzeit mehr als 200 im Handel befindliche gefährdete Holzarten. Für Arten mit der höchsten Schutzstufe (WA-Appendix I) gilt ein striktes Handelsverbot, ähnlich wie beim Elfenbein. Arten der zweiten und dritten Schutzstufe dürfen nur mit strengen Auflagen gehandelt werden. Das Abkommen schützt also gefährdete Baumarten, ohne eine naturverträgliche Waldbewirtschaftung zu unterbinden.

Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR), im Oktober 2010 beschlossen und ab 3. März 2013 zur Anwendung kommend, verbietet die Vermarktung von illegal eingeschlagenem Holz. Alle Marktteilnehmer, die erstmals Holz und Holzprodukte in der EU in Verkehr bringen, werden zur Anwendung eines Sorgfaltspflichtsystems verpflichtet.

Der 2003 von der EU aufgelegte Aktionsplan „Forest Law Enforcement, Governance and Trade“ (FLEGT) soll missbräuchliche Praktiken im Bereich des illegalen Holzeinschlags und des Imports dieser Hölzer eindämmen. Die Bundesregierung unterstützt diesen Aktionsplan, der über Partnerschaftsabkommen mit Erzeugerländern zu einer verlässlicheren Einfuhr von legal erzeugten Holzprodukten führen soll. Damit wird gleichzeitig die Umsetzung von nachhaltiger Waldwirtschaft in den Tropenländern unterstützt.

Das deutsche Holzhandels-Sicherungs-Gesetz (HolzSiG) setzt die EU-Holzhandelsverordnung und die Maßnahmen des EU-FLEGT-Aktionsplans in nationales Recht um. 

Ein Wissenschaftler schaut durch eine Lupe auf ein Stück Holz

Für die in der EU-Holzhandelsverordnung vorgeschriebenen Kontrollen und Probenahmen bei den Holzimporteuren ist in Deutschland die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zuständig. Die BLE hat dafür eine eigene Inspektorengruppe eingerichtet, die von wissenschaftlichen Mitarbeitern des Thünen-Kompetenzzentrums geschult und unterstützt wird. Das Kompetenzzentrum ist die wissenschaftliche Einrichtung, die in Zweifelsfällen die Bestimmungen der Holzart und -herkunft durchführt.