Biofach: Messebesucher können Teil der Forschung werden

Pressemitteilung

Stand des Thünen-Instituts in Halle 9 widmet sich der Zukunft des Ökolandbaus

Die Umsätze des Handels mit biologischen Erzeugnissen sind in den letzten Jahren dynamisch gewachsen, und auch das Jahr 2016 hat neue Umsatzrekorde gebracht. Die ökologisch bewirtschaftete Agrarfläche in Deutschland ist allerdings nicht in dem Maße gewachsen. Was bedeutet diese Entwicklung für den Ökolandbau in Deutschland, und wie soll er sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Auf der Biofach in Nürnberg, der weltweit größten Messe für ökologische Konsumgüter, ist zu dieser Frage die Vision der Messebesucher gefragt. Vom 15. bis 18. Februar können sie sich an einer computergestützten Befragung des Thünen-Instituts für Marktanalyse beteiligen – und sich so aktiv in die Diskussion zu den künftigen Herausforderungen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft einbringen.  

Die Messebesucher können am Stand des Thünen-Instituts (Stand 9-351 in Halle 9) aber nicht nur ihre Meinung kundtun, sondern sich auch zur experimentellen Forschung im Ökolandbau informieren. Mit der „Thünen-Bucht“, einer Eigenkonstruktion zum freien Abferkeln, stellt das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau zum Beispiel die neueste Technik für tier- und menschenfreundliche Haltungsverfahren in der Ferkelerzeugung aus. Ein weiterer Themenschwerpunkt, zu dem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Forschungsergebnisse präsentieren, ist die Erzeugung heimischer Leguminosen und deren Nutzung als Proteinquelle für Tierfutter.  

Vor dem Hintergrund zunehmender Importe in der Biobranche informiert der Thünen-Stand auch zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Ökolandbaus. Das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft hat dazu betriebswirtschaftliche Daten typischer Ökobetriebe zusammengetragen und die Effizienz von Öko-Fördermaßnahmen bewertet.  

Beteiligung auf dem Biofach-Kongress  

Neben dem Informationsstand in Halle 9 beteiligen sich Thünen-Wissenschaftler an verschiedenen Veranstaltungen des Biofach-Kongresses. Unter dem Motto „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau – Impulse für mehr Nachhaltigkeit in Deutschland“ stellt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt an ersten Kongresstag, dem 15. Februar, den neuen nationalen Öko-Aktionsplan vor. Er wurde vor dem Hintergrund erarbeitet, den Weg zu dem in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung verankerten Ziel „20 % Ökolandbau“ zu ebnen. Im Rahmen einer Fachveranstaltung diskutieren anschließend Vertreter aus Politik, Branche und Wissenschaft über die Handlungsfelder der Strategie und die Umsetzung der geplanten Maßnahmen.  

Bereits eine Stunde vorher gibt es die Gelegenheit, die Charakteristika der beiden wichtigsten europäischen Biomärkte zu vergleichen: Frankreich und Deutschland. Beide Länder haben eine vielfältige Biobranche, deren Strukturen sich allerdings in einigen Punkten unterscheiden. Die Podiumsteilnehmer geben Einblicke in die jeweilige ökonomische Situation, die nationalen Öko-Aktionspläne sowie die spezifische unternehmerische Sicht.  

Um Öko-Aktionspläne und ihre Effekte auf Wertschöpfung und Umwelt geht es auch auf einer Veranstaltung am dritten Kongresstag, dem 17. Februar. Neun deutsche Bundesländer haben mittlerweile regionale Öko-Aktionspläne entwickelt – mit Elementen zu Bildung, Beratung, Wissenstransfer, Versuchswesen, Vermarktung und Qualitätssicherung.  

Noch einen Schritt weiter geht eine Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, dem 16. Februar: Wissenschaftler aus Deutschland, Schweden, Dänemark und Polen diskutieren Wege für ein ganzheitliches nachhaltiges Ernährungssystem mit nachhaltiger Produktion und gesunder Ernährung. Welche Rolle spielen die Verbraucher dabei? Das Gespräch verspricht spannend zu werden.  


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