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DAIMON - Wie gehen wir mit versenkter Munition in der Ostsee um?

Projekt

Sperrgebiet mit versekter Munition: Kolberger Heide (c) Thomas Lang
Sperrgebiet mit versenkter konventioneller Munition "Kolberger Heide" nahe Kiel (© Thomas Lang)

Entscheidungshilfe für versenkte Munition in der Ostsee

Versenkte Munition im Meer stellt ein potentielles Risiko für Mensch und Umwelt dar. Alleine in der Ostsee liegen ca. 300 000 t konventionelle Munition am Meeresboden, und geschätzte 42 000 bis 65 000 t chemische Kampfstoffmunition wurden nach dem zweiten Weltkrieg versenkt. Welche Chemikalien oder Abbauprodukte sind im Fisch nachweisbar? Welche Gefahren gehen von ihnen aus, haben sie Wirkung auf die Fischgesundheit und auf Fischkonsumenten und wie gehen wir mit der versenkten Munition um? Diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt DAIMON.

Hintergrund und Zielsetzung

Versenkte chemische und konventionelle Munition enthält ein breites Spektrum von gefährlichen Stoffen. Die zunehmende Nutzung des Meeresbodens für Offshore-Windparks, Kabeltrassen und Pipelines erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes mit z. T. noch funktionsfähiger Munition und das Risiko, dass die versenkte Munition chemische Kampfstoffe und toxische sprengstofftypische Verbindungen in die Umgebung freisetzt und damit ein potentielles Risiko für Mensch und Tierwelt darstellt. Darüber hinaus verschlechtert sich der Zustand der Munition durch Korrosion zusehends. Aus diesen Gründen gibt es eine anhaltende Diskussion darüber, wie das Umweltrisiko von versenkter Munition zu bewerten und zu behandeln ist. Das gilt vor allem in Bereichen, wo die versenkte Munition mit anderen Aktivitäten in Konflikt geraten kann.

DAIMON zielt darauf ab, die Vor- und Nachteile verschiedener Management-Optionen für munitionsbelastete Gebiete in der Ostsee und im Skagerrak auf wissenschaftlicher Basis besser bewerten zu können. Damit stellt DAIMON ein konsequente Weiterführung der Vorgängerprojekte  CHEMSEA und MODUM dar, in denen es in erster Linie um die Erfassungen und um Methoden der Überwachung von Umwelteffekten durch versenkte chemische Kampfstoffmunition ging und konventionelle Munition unberücksichtigt blieb.

DAIMON untersucht durch verschiedene Ansätze (Feldstudien, Käfigexpositions-Experimente und Toxizitätstests im Labor) eine breite Palette von Umweltauswirkungen chemischer und konventioneller Munition und entwickelt neue Methoden einer angemessenen Risikobewertung. Die Ergebnisse der Risikobewertung fließen in ein neues, auf mathematischer Modellierung basierendes Werkzeug zur  Entscheidungshilfe für Managementoptionen ein.

 

Vorgehensweise

Der Beitrag des Thünen-Instituts umfasst Felduntersuchungen (mit den Forschungsschiffen Walther Herwig III und Clupea) sowie Labor- und Käfigexperimente mit Fischen. Zu den untersuchten Parametern gehören Fischkrankheiten, Leber-Histopathologie, biologische Effekte, Toxizitätstests der relevanten Metaboliten mit dem Zebrafischtest und chemische Analytik des Sprengstoffs TNT und seiner Abbauprodukte.

Links und Downloads

Interreg Baltic Sea Region

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

3.2016 - .2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft