Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Kerstin Martens
Institut für Betriebswirtschaft

Bundesallee 50
38116 Braunschweig
Telefon: +49 531 596 5102
Fax: +49 531 596 5199
bw@thuenen.de


Clusterstudie Gartenbau

Projekt

Darstellung des Gartenbauclusters (c) Thünen-Institut/BW
Darstellung des Gartenbauclusters (© Thünen-Institut/BW)

Erstellung einer Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Gartenbausektors in Deutschland - Clusterstudie Gartenbau

Die gartenbauliche Wertschöpfung wird in der Offizialstatistik in der Regel nur auf die Urprodution und einige wenige Dienstleistungen beschränkt. Jedoch bedarf es aller Akteure der Wertschöpfungskette, um entsprechende Produkte zu erzeugen, zu verarbeiten und zu vermarkten. Daher greift die Statistik bei der Quantifizierung der wirtschaftlichen Leistung des Gartenbaus zu kurz.

Hintergrund und Zielsetzung

Bei den Statistiken zur Berechnung der wirtschaftlichen Bedeutung des Gartenbaus in Deutschland ist dieser sehr eng definiert. So werden beispielsweise die Forstbaumschulen dem Wirtschaftszweig Forsten zugeordnet, der Dienstleistungsgartenbau separat und unvollständig erfasst und die der gartenbaulichen Produktion vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige überhaupt nicht berücksichtigt.

Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist, die wirtschaftliche Bedeutung des Gartenbausektors in Deutschland anhand der Kennziffern Bruttowertschöpfung, Produktionswert und Beschäftigungseffekte zu quantifizieren.

Zielgruppe

Politik, Administration und Verwaltung, Berufsstand

Vorgehensweise

Zunächst wurde die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung herangezogen, um die relevanten Wirtschaftszweige zu identifizieren und soweit möglich zu quantifizieren. Ergänzend werden weitere Offizialstatistiken genutzt, um gartenbaulich relevante Teilbereiche aus einzelnen Wirtschaftszweigen quantifizieren zu können. Die verbleibenden Datenlücken werden über Statistiken von Verbänden und Experteneinschätzungen geschlossen.

Unsere Forschungsfragen

Wie groß ist die wirtschaftliche Bedeutung des Gartenbaus in Deutschland im Vergleich zur Landwirtschaft und zur gesamten Volkswirtschaft?

Ergebnisse

Die Untersuchung stützt sich auf das Konzept der Produktionscluster. Sie basiert auf Daten aus dem Jahr 2008. Im Gartenbaucluster wird eine Bruttowertschöpfung von knapp 20 Mrd. Euro erwirtschaftet. Damit liegt der Anteil des Gartenbausektors an der Bruttowertschöpfung in Deutschland bei unter 1 %. In den dem Clusterkern Produktionsgartenbau nachgelagerten Wirtschaftszweigen werden von der gesamten Bruttowertschöpfung des Gartenbauclusters 85 % erarbeitet, in den vorgelagerten hingegen nur knapp 3 %. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind bezogen auf die Bruttowertschöpfung der Einzelhandel (4,6 Mrd. Euro, 23 % des Gartenbauclusters) und der Großhandel (3,1 Mrd. Euro, 16 %).

Alle Gartenbausparten zusammen erzielen eine Bruttowertschöpfung von 7,7 Mrd. Euro (39 %). Davon steuern der Garten- und Landschaftsbau 3,3 Mrd. Euro (17 %), der Facheinzelhandel 1,6 Mrd. Euro (8 %) und der Friedhofsgartenbau 0,3 Mrd. Euro (2 %) bei. Dies zeigt die herausragende Stellung des Garten- und Landschaftsbaus innerhalb der gärtnerischen Sparten. Der Produktionsgartenbau erwirtschaftet mit den Sparten Obst, Gemüse, Zierpflanzen/Stauden und Baumschulen eine Bruttowertschöpfung von knapp 2,5 Mrd. Euro (13 %).

Mit Blick auf die Beschäftigung zeigen die Ergebnisse, dass etwa 715.000 Personen im Gartenbausektor tätig sind. Damit können etwa 1,8 % aller Beschäftigten in Deutschland dem Gartenbausektor zugeordnet werden. Der Produktionsgartenbau zählt davon rund 98.000, der Garten- und Landschaftsbau 100.000 (beide jeweils ca. 14 % des Gartenbausektors), der gärtnerische Fachhandel etwa 90.000 (13 %) und der Friedhofsgartenbau gut 13.000 Beschäftigte (2 %).

Die weiteren Analysen zeigen, dass im Gartenbausektor ein Umsatz von gut 81 Mrd. Euro erwirtschaftet wird. In den nachgelagerten Wirtschaftszweigen werden davon mehr als 90 % erzielt. Hierzu tragen insbesondere der Einzelhandel mit einem Anteil von 33 % (26 Mrd. Euro) und der Großhandel mit 31 % (25 Mrd. Euro) bei. Die vorgelagerten Wirtschaftszweige haben mit einem Umsatzanteil von rund 2 % (1,6 Mrd. Euro) im Vergleich dazu eine nur geringe Bedeutung. Von den gärtnerischen Sparten generiert der Garten- und Landschaftsbau mit knapp 6 Mrd. Euro den höchsten Umsatz (7,3 % des Umsatzes des Clusters). Der gärtnerische Facheinzelhandel trägt einen Umsatz von 5,4 Mrd. Euro bei (6,6 %). Der Produktionsgartenbau erwirtschaftet einen Umsatz von insgesamt 4,9 Mrd. Euro (6,0 %), der Friedhofsgartenbau 0,6 Mrd. Euro (0,8 %). Davon hat der Gemüsebau einen Beitrag von etwa 1,8 Mrd. Euro (2,3 %-Punkte), der Zierpflanzenbau samt Staudenbau circa 1,5 Mrd. Euro (1,9 %), die Baumschulen ungefähr 1,2 Mrd. Euro (1,4 %), und der Obstbau 0,4 Mrd. Euro (0,5 %).

Das Projekt wurde im Frühsommer 2013 abgeschlossen. Der Auftraggeber war das BMELV.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

1.2011 - 6.2013

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Dirksmeyer W, Hardeweg B (2013) Bedeutung des Gartenbaus in Deutschland - ein Überblick : Vorstellung der aktuellen Clusterstudie. TASPO 146(23):10-11
  2. Dirksmeyer W (2013) Beitrag ergänzender Wirtschaftszweige im Gartenbaucluster sehr hoch. TASPO 147(34):8-9
  3. Dirksmeyer W, Fluck K (2013) Wirtschaftliche Bedeutung des Gartenbausektors in Deutschland. 2., überarb. Aufl. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 138 p, Thünen Rep 2, DOI:10.3220/REP_2_2_2013
    PDF Dokument 1275 KB